II - Harald Haeuser

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II

"The birth of language"  Kunstmesse Karlsruhe -  Galerie Titus Koch

„Bild als Kunst des Betrachtens“   von Brigitte Elsner-Heller - Thurgauer Zeitung 2007

Auf Schloss Randegg in Gottmadingen ist in der Galerie Titus Koch Malerei von Harald Häuser zu sehen. Sicher lassen sich Sätze zur Kunst Harald Häusers finden, wie sie der wortgewaltige Karlsruher Künstler Wolf Pehlke 2003 entworfen hat, und die nun als Katalogtext zur Ausstellung mit Malerei Häusers auf Schloss Randegg wieder aufgelegt wurden.
Auch wenn die «Kunst des Betrachtens» nicht bei jedem so ausgeprägt sein dürfte wie beim Künstlerkollegen Pehlke (mit dem Häuser bei Per Kirkeby in Karlsruhe studierte), lassen sich Harald Häusers grossformatige Gemälde doch auch diesseits eines höchsten Punkts der Materie ausfindig machen. Denn sie sind mehr von Intuition als durchgearbeitetem Kalkül bestimmt, was Raum öffnet für eigene Assoziationen (was Pehlkes verstehendem Betrachten entsprechen dürfte).
Dass Wolf Pehlke seinen langjährigen Weggefährten als «unbeirrbaren Ästheten» einstuft, ist unmittelbarer nachzuvollziehen. Fast macht es den Eindruck, als ob sich Harald Häusers Vita in seinen Leinwänden vielschichtig niedergeschlagen hätte. Geboren 1957 in Marburg, ist Häuser bereits in jungen Jahren oft umgezogen, hat die Ornamentik der russisch-orthodoxen Kirche sowie die Jugendstilbauten Darmstadts in Erinnerung behalten. In Paris und am Bodensee ist er zur Schule gegangen, und noch heute sind dies Orte, die er immer wieder aufsucht.
Ein begonnenes Studium der Politologie, Literaturwissenschaft und Linguistik an der Universität Konstanz ist schnell der eigentlichen Profession gewichen: Häuser nimmt 1978 sein Studium an der Karlsruher Akademie bei Per Kirkeby auf. 1980 treten nach einer Asienreise Lineaturen und Schriftzeichen in seine Arbeiten ein, zu Zeichnungen gesellen sich grossformatige Bilder, später treten fotografische Arbeiten mit Überblendungen hinzu.
Bis zu den Bildern, die in der Galerie Titus Koch zu sehen sind, lassen sich die Elemente wieder finden, die Harald Häuser sich schon früh zu eigen gemacht hat. Auf den grossformatigen Leinwänden, die zum Teil sogar als Block aus mehreren ein «Tafelbild» zusammensetzen, geht es um Überblendungen, die Tiefe schaffen, wenn Häuser lasierend arbeitet und die Leinwand damit quasi öffnet. Im Gegenzug dazu setzt er starke Impulse, indem er breite Spuren mit dem Pinsel hinterlässt, weit ausgreifend. Farbgewaltig kann der Wirbel aus Farbe dann auftreten, wenn auch nie pastos aufgetragen. Wie um den Farbrausch zu relativieren, setzt Harald Häuser dann mit Weiss ein reglementierendes Statement, führt den Teufelstanz zur Leichtigkeit, zum Licht.Es gibt aber auch den vermeintlich ruhigeren Weg. Dann verlässt sich Harald Häuser auf die Kraft der Zeichen, spricht in einer etwas anderen Sprache. Seine Zeichensätze schwimmen dann wie Nachrichten auf aufgewühlter See – denn der «Untergrund», der dann meist dunkel abgesetzter Regeln folgt, bleibt in Aufruhr, in sattem Rot etwa. In einer Synthese beider Sprachen lässt Harald Häuser dann klar abgegrenzte Formen wie Pantoffeltierchen in der Ursuppe schwimmen, dann wird ihnen alle Information eingeschrieben.
Letztlich ist es wohl unerheblich, was man hinter dem Weltentheater des expressiven Malers entdecken möchte. Vielleicht sogar den Ort/Zustand «jenseits des höchsten Punktes der Materie».





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haraldhaeuser@aol.com

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