XV - Harald Haeuser

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XV

2012 - 150 x110
The birth of language series

Brief an Ralf Scherrer 1988
…..Indien ist für mich die wichtigste Erfahrung, aber ich kann es nie mehr so direkt bei der Malerei einsetzen. Indien ist, sich in die Massen stürzen, schicksalsergeben, Lernen zu Hoffen, nie den Mut verlieren, über das Leid nicht verzweifeln, über den Tod freuen. Die Einstellung eines Künstlers. Ich setze die Farben meistens all prima auf's Blatt, dann kommt der Wind oder das Erdbeben und verwüstet die Schönheit und es entsteht zwangsläufig ein Zusammenhang, eine Schlammlawine reißt die Einzelteile zu einem Fluss, ein Ganges voller Sarees. Da und dort lege ich einen Stausee an, eine Schleuse ein, Wirbel entstehen. Eine Idee wird dem Geschehen aufgetragen und gleichzeitig entnommen – eine Geschichte erzählt sich. Voll Moll-Akkorden, weich, irden und doch von einem himmlischen Licht, das die Seele lachen läßt. Eine Folge von Sonnenaufgängen, die eine Melodie singen im  Rhythmus des Lebens. Aufkommende Freude, leuchtendes Orange wird das graue Meer zu einem Blau erwecken. Das Morgengebet der Fischer am Strand entzündet dem Schwarz eine graue Dunstfahne, Die Toddy-Tappers verteilen den Saft aus Tonkrügen an die Fischfänger. Braune Haut, weiße Sarongs, Sand, ein Schmerz liegt wie ein dünner Wasserfilm auf dem Bild. Ein Ritual, was ist das ? Fisch gegen Toddy tauschen – ohne Geld dazwischen. Sich dem  Meer, den Palmen anvertrauen, eine echte Symbiose. Der Mensch im Kreislauf von Regen, Sonne, Eiweissbildung und Zuckergärung. Der Künstler eine Meer-Umwühler auf dem Bild, eine Seelengärung, ein Regenmacher (Pollock), ein Schattenmacher der Sonnenfarben. Nie das Objekt der Liebe finden....es immer selbst erschaffen müssen.




 
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