10 - Harald Haeuser

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Die Gangart des Phänomenalen
Prof. Dr. Siegfried Wichmann (Direktor am Bayerischen Nationalmuseum, A.D.) 1983, im Katalog der Engelhornstiftung München

Regie in der Malerei und spontane Farbkonzeptionen bestimmen die vorfindbare Wirklichkeit in Häusers Kompositionen. Die Vorstellungswelt wird gesteigert wiedergegeben, denn der Maler inszeniert für das Auge und das Gehör, - für das Tasten und Begehen der Räume. Er ist ein Meister im Erzeugen von Farb-Duft und in der Organisation von bergendem Raum. Bei aller Gralsstimmung durch Farbe und Raum ist es jenes sinnstiftende Agieren, das Häuser in seinen Bildern sowohl zum Individuellen wie Spontanen treibt.
Durch Traditionen und weite Reisen mit den überkommenen Erlebnissen und Denkformen von Orient und Okzident verbunden, werden die äußeren Dinge der Handlungen objektiviert, oder aber es werden in den oftmals symbolisch wirkenden Farbgründen die  verschiedenen quantitativen und qualitativen Figurationen zueinander in  Beziehungen gesetzt.
Die Gestaltung des Bildraumes ohne eine willkürliche Begrenzung ist ein wesentliches Anliegen des Malers. Häuser sieht nicht allein die Gegenstände im Raum, eher ist es die „Aus-wahl" und die Komposition der Farbflächen. Die Farbe in ihrer Intensität als Leuchtlicht begriffen führt nicht zur empirischen Feststellung, sondern die feststellende Empirie schafft in der Vielfalt des Malerischen aus dem Chaos die Sinneseindrücke.
Zum Phänomenalen neigend, der hohen Gangart verpflichtet, neigt Häuser zur Steigerung von Sinneseindrücken, die auch der Empirie zuwider laufen können.
Nicht nur was die Sinne vermitteln, wird von Häuser gesehen und gestaltet, für ihn ist „empeiria" mehr. Mit Farben die weiten Räume zusammensehen und sie verbinden - gleichsam ihren Sinn offenbaren. Eine Erscheinung im Bild „fest-gestellt“ ist ihm mehr wert als kosmische Überblicke im Sinne des Symbolismus. Die zergliederte Umwelt auch sehen wollen, den schemenhaften Ausschnitt ins Bild zu bringen, ist Anlaß genug, schimmernde Reste zu spiegeln.
Das Wesen der Empirie, -  Bruchstücke unserer Sinneserscheinungen zu ordnen, - sie aus dem zersplitterten Raum zurückzuholen, ist Ziel und Aufgabe des Malers, der damit die Empirie gleichzeitig überwindet, denn im Erkennen wird der Malvorgang prozessional gesteigert. Die Farbwerte neigen zur Intensität und damit zur Überwindung des imitativen Realismus. Formkodifizierungen und opakleuchtende Farben steigern die  Regie der sich verklärenden Weltlandschaften.









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